Auf die Perspektive kommt es an. Ich sehe einen wunderschönen, alten Baum, anderen ist er nicht gerade genug.

Podcast #053 – Wie du die Kraft deiner Perspektive bestmöglich nutzt

Was macht die Perspektive mit uns?

Die Webseite und der gleichnamige Podcast MS-Perspektive heißen so, weil es dabei um meinen Blick auf die Dinge geht. Ich hoffe, dir mit beidem helfen zu können, dass auch du einen positiven Blick auf die Krankheit bekommen und gut informiert ein schönes und bewusstes Leben führen kannst.

Denk immer daran: Deine Gedanken bestimmen deine Zufriedenheit. Wenn du es schaffst zwischen den Dingen zu unterscheiden, die du ändern kannst und denen, die du nicht ändern kannst, bist du auf dem richtigen Pfad. Im zweiten Schritt solltest du deine Energie und Zeit den veränderbaren Themen widmen.

Was kannst du positiv beeinflussen?

Gerade in Bezug auf die Multiple Sklerose gibt es viele Stellschrauben, wie du auf deinen Verlauf positiv einwirken kannst. Du kannst dich gesund ernähren. Nichtraucher werden oder bleiben. Es ist sinnvoll, Alkohol nur selten und in Maßen zu trinken. Regelmäßiger Sport wird dir, deinem Körper und Kopf guttun.

Außerdem solltest du die MS im Auge behalten, statt sie zu verdrängen, und zu regelmäßigen Checks beim Neurologen gehen. Bei mir sind es vier Termine im Jahr. Wenn du deinem Neurologen vertraust und er dich gut berät und mehr als Partner ansieht, dann wirst du leichteren Schrittes zu den Terminen gehen und dich nicht unnötig in Stress versetzen.

Zur Basistherapie habe ich eine ganz klare Meinung: Sie ist ein ganz wichtiger Baustein, um dich und mich vorm Voranschreiten der Multiplen Sklerose zu schützen. Bei dem großen Angebot ist gewiss für jeden etwas dabei. Leider gehören Nebenwirkungen meist dazu. Mal mehr, mal weniger. Wäge ab, was schlimmer ist, eine Verschlechterung der Krankheit oder die Nebenwirkungen. Falls dich Nebenwirkungen stören und du damit nicht klar kommst oder weiterhin Schübe hast, solltest du das Medikament wechseln. Sprich mit deinem Neurologen darüber. Gewiss gibt es eine Lösung.

Natürlich spielen die Menschen in deiner Umgebung ebenfalls eine große Rolle. Ein gutes Umfeld, also Menschen, die dir guttun, helfen dir glücklich zu sein und eine positive Perspektive aufs Leben zu bekommen oder zu bewahren. Dazu gehören Partnerschaft, Familie und Freunde. Widme denen Zeit, die dir guttun und halte dich von allen fern, die dich unglücklich machen und dir schlechte Gefühle bescheren, egal wie vermeintlich nahe sie dir stehen.

Der Job kann eine wichtige Rolle spielen. Ideal ist eine Aufgabe, die dich angenehm fordert, wo du positives Feedback erhältst und weißt, dass du gebraucht wirst. Das kann auch ein Ehrenamt sein.

Hobbys können ebenfalls zu deinem Glück beitragen. Ob es beim Tischtennis, Yoga, Stricken, Tanzen, Scrabbeln, Puzzeln, Fotografieren oder Kochen ist, Hauptsache du entspannst dich und hast Freude daran.

Zum Schluss finde ich noch die richtige Menge an Kontakt mit der MS-Community wichtig. Vielleicht tauschst du dich gern aus, vielleicht auch nicht. Entscheide selbst und entwickle ein Gespür dafür, was dir guttut. Und vor allem, vergleiche nicht. Die MS verläuft bei jedem anders und oft kennen wir nicht den Rest des Lebens. Neid und Missgunst gehören hier nicht hin. Und wenn du etwas erlebst, was dir missfällt, dann gehe einfach weg davon, ohne böse Worte oder Gedanken.

Akzeptiere, was du nicht ändern kannst!

Bei mir ist das der Tinnitus seit Sommer 2004. Anfangs versuchte ich ihn wieder loszuwerden mit Unterstützung vom Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Leider ohne Erfolg. Seitdem befolge ich den Tipp meiner damaligen Neurologin: Ignorieren so gut es geht, ansonsten wird man noch verrückt.

Also schlafe ich mit Meeresrauschen oder Musik im Hintergrund ein. Und als der Piepton stressbedingt wochenlang intensiver war, ging ich solange zur Akupunktur, bei einer zertifizierten Ärztin für traditionelle chinesische Medizin, bis der Piepton wieder leiser wurde.

Jahre später habe ich nochmal probiert den Tinnitus durch Massagen wegzubekommen. Ich dachte, dass vielleicht ein verspannter Hals und Nacken die Ursache sein könnten. Geholfen hat es nicht, außer gegen die Verspannungen.

Vielleicht habe ich mit täglichen Yogaübungen Erfolg. Wenn nicht, ist mein Körper gewiss dankbar gekräftigt, gedehnt und entspannt zu werden.

Welche Dinge kannst du ändern?

Du hast 100% Entscheidungsfreiheit über deine Gedanken und dein Handeln, denn du bist die Supermacht mit drei Buchstaben ICH.
Auf dein nahes Umfeld wirkst du noch indirekt und hast einen Einfluss, der unterschiedlich groß ist, je nachdem wie nahe dir der andere Mensch steht. Auf große Themen hast du fast keinen Einfluss mehr. Dennoch kann dein Handeln andere dazu bewegen sich ebenfalls positiv zu verhalten. Sei es durch deinen umweltfreundlichen Konsum, dass du Energie sparst oder Treppen steigst, statt Fahrstuhl zu fahren.

Also wäge ab, was Sinn macht, wo du Einfluss nehmen kannst, und stecke dort deine Energie hinein. Nimm deine Erfolge wahr und sei stolz darauf. Dann bist du ein glücklicherer Mensch und das hat einen positiven Einfluss auf dein ganzes Leben und somit auch auf die MS, egal welchen Verlauf du hast.

Du hast Macht über dein Leben, gib sie nicht ab. Behalte und nutze diese Macht, um dein Leben an möglichst vielen Tagen schön zu gestalten und glücklich zu sein.
Entscheide dich für die positive Perspektive. So macht das Leben einfach viel mehr Spaß.

Viel Spaß mit der Folge und bestmögliche Gesundheit wünscht Dir,
Nele

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