314: 9. MS-Kamingespräch – Stress bei MS? Du bist nicht allein!

Stress – er ist da, oft ungefragt und scheinbar unbezwingbar. Für Menschen mit Multipler Sklerose kann er noch herausfordernder sein, denn er wirkt sich nicht nur aufs Gemüt, sondern oft auch direkt auf den Krankheitsverlauf aus. Aber: Es gibt viele kleine Stellschrauben, an denen du drehen kannst, um gelassener durch turbulente Zeiten zu kommen. Heute spreche ich mit Nadja im Kamingespräch genau darüber – ehrlich, nahbar und mit einer Portion Humor.

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Inhaltsverzeichnis

Alltag im Ausnahmezustand – Stress kennt keine Saison

Nele von Horsten:
„Ich kann ja mal kurz einen Status geben. Ich muss heute noch die Koffer packen. Unsere Haustiere sind gerade bei meinen Eltern, meine Tochter malt gerade den Boden voll mit einem Textilstift – hoffentlich geht das wieder raus. Ich nehme jetzt noch schnell den Podcast auf, dank deiner Spontanität, liebe Nadja. Ich muss meine Verteidigung vorbereiten – immerhin habe ich schon alle Folien. Und dann geht’s am Sonntag in den Urlaub. Und Montag sitze ich dann hoffentlich entspannt in meiner Verteidigung.“

Nadja Birkenbach:
„Dann kannst du auch mal ein Hugo drauf trinken.“

Nele von Horsten:
„Ja! Ich trinke sonst keinen Alkohol, aber wenn ich das Studium abgeschlossen habe – also nicht nur abgegeben, sondern verteidigt – dann gönne ich mir 0,1 Hugo. Ich bin ja eh schnell betrunken.“

Nadja Birkenbach:
„Ich auch. Ich sag immer, ich bin da ganz billig – ein Glas reicht.“

Nele von Horsten:
„Dito! Und du? Wie sieht’s bei dir gerade aus?“

Nadja Birkenbach:
„Ich hatte eine Wahnsinnswoche. War fast drei Wochen mit einer Sommergrippe krank. Dann kam alles zusammen: Eine junge Frau mit Liebeskummer, der ich geholfen hab. Parallel lag eine Freundin in der Notaufnahme. Ich war angeschlagen, mein Patenprogramm musste vorbereitet werden – ich hätte mich am liebsten geviertelt. Ich bin gerade am Bodensee, hab heute Morgen schnell gepackt. Immer dieses ‚ich mach das noch schnell‘. Dann hatte ich zwei Stunden Ruhe – das hat richtig gut getan.“

🌿 Tipp: Prioritäten setzen und kleine Ruheoasen schaffen

Planung ist das halbe Leben – oder zumindest der halbe Stress

Nele von Horsten:
„Vermeiden lässt sich Stress oft durch gute Vorbereitung. Ich hatte mir nach der Abgabe meiner Arbeit vorgenommen, gleich die Präsentation vorzubereiten. Und? Ich hab’s liegen lassen. Jetzt, kurz vor der Verteidigung, hab ich Stress pur. Hätte ich das am Stück gemacht – viel entspannter.“

Nadja Birkenbach:
„Ich kenne das! Ich hatte alles für den Welt-MS-Tag geplant – Location, Uhrzeit, Team. Und dann: Die Tür zur MS-Ambulanz ging nicht auf! Mussten alles umorganisieren. Ich war kurz vor dem Explodieren.“

📅 Tipp: Gute Planung + Notfallplan (Plan B) = weniger Stress

Der große MS-Stresstest: Der MRT-Termin

Nadja Birkenbach:
„Mein Stresstag ist der große Untersuchungstag in der Studie. Ich bin dann total labil. Obwohl ich das seit zehn Jahren mache, stresst mich vor allem das MRT. Ich ziehe mir etwas Bequemes an – kein Gürtel, keine Ohrringe. Alles, was mich beim Umziehen nervt, lasse ich weg. Ich nehme Musik mit, schreibe meine Fragen auf einen Zettel, wie eine 80-Jährige – aber es hilft!“

Nele von Horsten:
„Ja! Und wenn dir liebe Leserin, lieber Leser, Benjamin Blümchen oder Meditationsmusik hilft – frag beim MRT einfach nach, ob du das über Kopfhörer hören kannst. Hilft vielen!“

🎧 Tipp: Wohlfühlkleidung, Hörspiel & Fragenzettel für den MRT – Vorbereitung ist Stressreduktion!

Musik, Bewegung & ein bisschen Selbstfürsorge

Nadja Birkenbach:
„Ich liebe Musik – sie hilft mir total. Manchmal singe ich einfach drauflos. Oder ich koche mir was Leckeres. Ein gutes Essen hält Leib und Seele zusammen.“

Nele von Horsten:
„Ich zünde mir gerne eine Duftkerze an oder höre Klaviermusik. Wenn ich meine Stimmung heben will: Salsa, Merengue oder Deutschrock aus der Jugendzeit.“

Nadja Birkenbach:
„Und – vielleicht ein bisschen schlüpfrig – auch Sex oder Selbstbefriedigung hilft, Stress abzubauen. Da wird kaum drüber gesprochen, aber es ist einfach wahr.“

Nele von Horsten:
„Absolut. Glückshormone, Durchblutung – was will man mehr. Auch bei Kopfschmerzen übrigens nicht schlecht.“

🎶 Tipp: Musik, Bewegung, gutes Essen – und ja, auch Nähe oder Intimität – helfen beim Runterkommen

Hilfe annehmen – statt alles allein machen

Nele von Horsten:
„Ich habe dich heute gefragt, ob wir spontan aufnehmen – und du hast’s möglich gemacht. Ohne dich hätte ich eine Folge selbst übersetzen und aufnehmen müssen. So war es viel entspannter.“

Nadja Birkenbach:
„Ich bin da selbst nicht gut drin, um Hilfe zu bitten. Aber es lohnt sich. Niemand stirbt, wenn man mal etwas abgibt. Und genau darum geht’s auch im Patenprogramm – dass man sich jemanden suchen kann, der einen versteht und begleitet. Gerade zu Beginn der Erkrankung ist das Gold wert.“

🤝 Tipp: Bitte um Unterstützung – das entlastet dich und stärkt Verbindungen

Nutze z. B. das Patenprogrammdas Angebote von aMStart oder der DMSG um dir Unterstützung zu holen – du musst nicht alles allein stemmen.

Termine effizient organisieren

Nadja Birkenbach:
„Mich stresst es, wenn ich dauernd zu verschiedenen Terminen muss. Jetzt versuche ich, Termine zu bündeln – lieber einmal drei an einem Tag, als ständig zerfetzte Wochen.“

Nele von Horsten:
„Ich nutze Journaling. Ich schreibe auf, was ich geschafft habe, was ansteht – das hilft, realistisch zu planen.“

🗂️ Tipp: Arzttermine bündeln & mit Journaling den Überblick behalten

Wissen & Gemeinschaft = weniger Angst

Nele von Horsten:
„Je besser ich informiert bin, desto weniger stressen mich neue Symptome oder schlechte Tage. Der Podcast hilft auch mir selbst, weil ich mich dadurch eingebunden und wirksam fühle. Je mehr Folgen eine Person den Podcast hört, desto höher ist laut meiner Masterarbeit, in der ich die Umfrage ausgewertet habe, die empfundene Selbstwirksamkeit. Information bringt also wirklich etwas – nicht nur für den Kopf, sondern auch für die Seele.“

Nadja Birkenbach:
„Als ich wusste, ich bin in guten Händen – da ist so viel Stress abgefallen. Ich hab gemerkt: Ich muss nicht alles allein schaffen. Und wenn du dich mit deiner Neurologin oder deinem Neurologen nicht gut aufgehoben fühlst – such dir jemanden, bei dem du dich wohlfühlst. Das nimmt enorm viel Stress raus.“

📚 Tipp: Suche dir ein gutes Behandlungsteam & informiere dich regelmäßig – das gibt Sicherheit

MS-Community: Gemeinsam weniger allein

Nadja Birkenbach:
„Es gibt mittlerweile so viele Angebote – Gruppen, 1:1-Begleitung, online oder live. Für jeden ist was dabei. Wir sind nicht mehr allein. Die Community wird sichtbarer und stärker. Ich war total gerührt bei der Führung über die Baustelle des neuen MS-Zentrum in München. Es wird so viel für uns geforscht – das gibt mir Hoffnung.“

Nele von Horsten:
„Gemeinsam lachen und lernen – all das senkt den Stress. Und wenn du Hilfe brauchst: Frag. Wenn du Kraft hast: Gib sie weiter. Und Veranstaltungen wie das Kämpferherzen-Treffen zeigen, wie stark unsere Community ist – nicht nur bei MS, sondern auch über andere chronische Erkrankungen hinweg.“

💬 Tipp: Vernetz dich – Gemeinschaft hilft, wenn’s eng wird.

🤖Bonus: KI-Einstiegsprompt

„Ich habe Multiple Sklerose und bin im Moment oft gestresst. Kannst du mir bitte ein paar einfache Ideen geben, wie ich im Alltag entspannter werde? Ich suche Dinge, die ich leicht ausprobieren kann – auch wenn ich wenig Energie habe. Stell mir gern noch ein paar Nachfragen, um mir persönlichere Tipps geben zu können.“

Probier es doch gleich mal aus. Mehr Tipps zum Umgang mit KI findest Du in diesem PDF, an dem ich selbst mitgearbeitet habe: 

Whitepaper: Künstliche Intelligenz in der gemeinsamen Entscheidungsfindung (SDM)
Ein praktischer Wegweiser für das Behandlungsteam und Patient:innen

Wenn Du Fragen, Kommentare oder Anregungen hast, schreib uns gerne, dann nehmen wir das in eins der kommenden MS-Kamingespräche auf.

Bis bald und mach das Beste aus Deinem Leben,

Nele

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Hier findest Du eine Übersicht zu allen bisherigen Podcastfolgen.

* Dieser Text enthält Affiliatelinks. Das bedeutet, dass ich eine kleine Vergütung bekomme, wenn du das von mir empfohlene Produkt über den Link erwirbst. Für dich ändert sich dadurch nichts am Kaufpreis. Und mir hilft es dabei, die Kosten für den Blog zu tragen und neue Beiträge zu schreiben.

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Nele von Horsten

Blogger & Patient Advocate

Ich zeige Dir, wie Du das beste aus Deinem Leben mit MS machen kannst von Familie über Beruf bis Hobbys. Denn dank Wissenschaft und Forschung ist das heutzutage möglich.

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