#340: Jahresrückblick 2025 – Durchhalten, lernen, leben. Und ein Blick nach vorne.

Am Ende des Jahres möchte ich dich mitnehmen auf eine sehr persönliche Reise durch mein Jahr 2025. Ein Jahr, das geprägt war von intensiven Momenten als Mutter, großen beruflichen Meilensteinen und vielen stillen Kraftakten im Hintergrund. Dieser Rückblick ist ein Innehalten – für mich, um zu reflektieren, was war und was bleiben darf. Und für dich – damit du verstehst, wie Entscheidungen entstehen, warum manches gelingt und anderes warten muss, und was die Geschichten hinter MS-Perspektive wirklich ausmacht. Ich öffne in diesem Artikel ein Stück weit die Tür zu dem, was hinter dem Mikrofon passiert ist – und gebe zugleich einen Ausblick auf das, was 2026 bringen darf.

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Inhaltsverzeichnis

Warum ein Jahresrückblick?

Diese Tradition habe ich mir abgeschaut: Einer meiner Lieblingspodcasts endet jedes Jahr mit einem ehrlichen Rückblick und einem Ausblick für das kommende Jahr. Diese Form des bewussten Innehaltens – Was hat funktioniert? Was ist gescheitert? Was hat sich verändert? – tut gut. Sie schafft Klarheit. Sie macht sichtbar, woher man kommt und wohin man möchte.

Und deshalb möchte ich dich – als Hörerin, Hörer, MS-Betroffener, Angehöriger oder medizinische Fachperson – mitnehmen. Nicht nur in meine Projekte, sondern in die Gedanken, Gefühle und Entscheidungen, die dahinterstehen. Denn MS-Perspektive ist ein Podcast – aber vor allem ein Weg, den ich als Mensch gehe.

2025 in einem Wort: Durchhalten

Wenn ich 2025 auf ein Wort reduzieren müsste, dann wäre es: durchhalten.

Bis zum Sommer war meine jüngste Tochter zuhause – ein Baby, das zunehmend mobil wurde. Ein wunderschöner Abschnitt, aber gleichzeitig galt es parallel:

  • meine Masterarbeit im MS-Management-Studium abzuschließen

  • die EUPATI-Ausbildung zu beenden – ein Muss, um nicht neu beginnen zu müssen

  • meine Selbstständigkeit und zwei wöchentliche Podcastfolgen am Leben zu halten

Zwischen Stillen, Schreiben, Familienalltag und Verantwortung lief das Jahr zeitweise wie ein Marathon. Und ich würde niemandem empfehlen, es genauso zu tun.

Familie: Schritte des Loslassens

2025 war auch ein Jahr voller großer, emotionaler Meilensteine im Familienleben:

  • Meine Tochter kam im Sommer erfolgreich in die Krippe – ein sanfter Übergang, vor allem weil ihre große Schwester schon dort war.

  • Im August wurde meine große Tochter eingeschult – ein Moment, der mich tief berührt hat. Plötzlich ist man von der Mama mit Baby wieder die Mama, die am Schultaxi loslassen muss.

Gleichzeitig bewegte uns als Familie ein unsichtbar großes Projekt: die Frage nach unserem Zuhause.

Unsere Wohnung ist zu klein. Wohnungen, die groß genug wären, sind kaum verfügbar und finanziell unpassend. Wir haben renovierungsbedürftige Häuser besichtigt, Umzüge erwogen. Dresden ist zwar nicht weit weg, aber für unsere Kinder hätte es wieder einen Neubeginn mit Freunden bedeutet und das wäre gerade für unsere Große hart gewesen.

Am Ende entschieden wir: Wir bleiben in Pirna. Und wir bauen.
Stabilität, Freundschaften unserer Kinder und Verbundenheit vor “perfekter” Lage.

Berufliches Fundament – und ein Highlight

Obwohl 2025 nach außen wenig sichtbar erscheinen mag – im Hintergrund entstand viel Fundament.

Ich…

  • arbeitete im Patient Council bei Roche, lernte, brachte Perspektiven ein

  • beriet eine DiGA-Anwendung, die bald ins Alphatesting gehen soll

  • und durfte Teil eines Projekts sein, das mich nachhaltig geprägt hat:

🧠 KI-Whitepaper zu Shared Decision Making

Nächtelang schrieb ich daran – mit Baby auf dem Arm. Und dieses Projekt erhielt internationale Aufmerksamkeit und wurde bei Roche global als wirkungsstärkstes Projekt ausgezeichnet.

Es zeigt: Patientenstimme kann Wirkung haben.

KI Weihnachtsprompt

Bevor wir weitergehen: Das Bild oben – das bin nicht ich.
Es sieht mir zwar ähnlich, und ich habe dafür auch ein Bild von mir geliefert, aber weder laufe ich in einem weiß-silbernen Glitzeranzug herum, noch halte ich XXL-Zuckerlollis in der Hand. Das ist einfach ein Prompt den ich ausprobiert habe und das Ergebnis lustig fand.

Dieses Bild zeigt, was KI kann – und was sie nicht kann.

Sie kann Oberflächen erschaffen. Sie kann mich in eine zuckersüße Weihnachtswelt setzen. Sie kann Ideen liefern, Prozesse vereinfachen, Informationen sortieren und sogar Texte unterstützen.
Aber KI kann nicht meine echten Erfahrungen ersetzen oder meinen Charakter wiedergeben.

Sie weiß nichts von schlaflosen Nächten um drei Uhr.
Sie fühlt nicht, wie es ist, ein Kind in die Schule loszulassen.
Sie trägt nicht die Verantwortung, jede Woche zwei Podcastfolgen zu veröffentlichen – und dabei echte Menschen zu erreichen, nicht Algorithmen.

KI ist – wenn man weiß, wie man sie nutzt und wo ihre Grenzen liegen – ein großartiges Helferlein.
Ein Werkzeug, kein Ersatz.
Und am Ende bleibt die Stimme hinter MS-Perspektive: ein echter Mensch, mit einem echten Leben – und ohne Glitzeranzug.

MS-Perspektive: Mein Herzstück – und sein Preis

Trotz allem habe ich 2025 57 deutsche Podcastfolgen und 54 englische Folgen veröffentlicht.
Jede Woche zwei Episoden, eine deutsche und eine englische und ein paar zusätzliche.

Ich bin stolz darauf.
Und ich habe einen Preis dafür bezahlt: Schlafmangel.

Meine Smartwatch zeigte monatelang – teils nur 15 Minuten Tiefschlaf und 20 Minuten REM-Schlaf pro Nacht. Ich war dünnhäutiger, schneller gestresst – und nicht immer die Mutter, die ich sein wollte.

Schlaf ist ab 2026 nicht mehr verhandelbar.
Er wird eine Priorität – für mein Wohl, für meine Kinder und für meine MS-Gesundheit.

Formate, die Freude bringen: Das Kamingespräch

Zwischen all dem war etwas wie ein warmer Kaminmoment:
mein Kamingespräch mit Nadja.

Ein lockeres, nicht geskriptetes Format – zwei Betroffene, zwei Lebensrealitäten, zwei Stimmen.
Es tut mir gut.
Und die Hörer*innenzahlen zeigen: euch auch.

Ziel für 2026:
👉 ein englisches Pendant entwickeln – nah, menschlich, leicht.

Was mich 2025 gelehrt hat

Dieses Jahr hat mir gezeigt:

  • Ich kann über Grenzen gehen – aber nicht dauerhaft.

  • Freundschaften können nicht warten. Verbindungen müssen jetzt gepflegt werden.

  • Die Community ist wichtig – aber ich muss nicht überall sichtbar sein.

  • Social Media darf klein bleiben, während Nähe im echten Leben wächst.

Und: Ich möchte meine Träume nicht länger auf später verschieben. Weder mit Menschen – noch mit mir selbst.

Ausblick auf 2026 – realistisch, achtsam, klar

Ich plane vorsichtig – denn Hausbau, Kinder und Alltag brauchen Raum. Aber das sind die Leitsterne für 2026:

🧘‍♀️ Gesundheit & Alltag

  • Schlaf steht ganz oben

  • Dreimal pro Woche Rad zur Kita

  • Zwei Termine für Kraft & Dehnung

✍️ Projekte

  • mindestens ein Buch

  • ein erster MS-Kurs für schnellen Zugang zu Kernwissen

  • eventuell 1:1-Optionen innerhalb des Kurses

  • und endlich: Newsletter-Etablierung

🎙️ Podcast

Deutsch:

  • Kamin­gespräch weiterführen

  • Übersetzungen englischer Folgen

  • Sichtbarkeit – ohne Social-Media-Stress

Englisch:

  • lockeres Gesprächsformat starten

  • ggf. Buch übersetzen

  • Newsletter: vielleicht – wenn möglich

Und persönlich?
Ich wünsche mir: wieder Papier-Bücher lesen, Italienisch auffrischen, und – nicht nur funktionieren. Sondern leben.

Schlusswort

Wenn ich meinem Ich von Anfang 2025 etwas sagen könnte, dann wäre es:

„Du schaffst das. Aber du musst es nicht allein schaffen. Und Schlaf ist nicht verhandelbar.“

Danke, dass du mich und diesen Weg begleitest.
Ich wünsche dir – für dein 2026 – Gesundheit, Mut, kleine Schritte und große Freude.
Und ich freue mich, wenn wir gemeinsam nicht nur durchhalten – sondern gestalten.

📩 Deine Rückmeldung

Was wünschst du dir im neuen Jahr von diesem Podcast – oder von einem möglichen Kurs?
Schreib mir gern per Mail oder Instagram. Ich freue mich auf deine Gedanken!

Bis bald und mach das Beste aus Deinem Leben,
Nele

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Portraitbild Nele Handwerker

Nele von Horsten

Blogger & Patient Advocate

Ich zeige Dir, wie Du das beste aus Deinem Leben mit MS machen kannst von Familie über Beruf bis Hobbys. Denn dank Wissenschaft und Forschung ist das heutzutage möglich.

Nele von Horsten

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