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Interview mit Paola Müller über die MS und ihre Abnehmreise

Diesmal spreche ich mit MS-Patientin Paola Müller, die bei Instagram zunächst über ihre Abnehmreise berichtete. Denn Paola wog einst deutlich mehr und dank einer OP, Ernährungsumstellung und viel Sport schaffte sie die dauerhafte Gewichtsreduktion. Dann kam die Diagnose Multiple Sklerose hinzu und nun schreibt sie über beide Themen auf ihrem Account. Wie sie mit all diesen Herausforderungen zurechtgekommt und um vieles mehr geht es im heutigen Beitrag.

Das Interview gibt es nur als Blogbeitrag zum Lesen.

Inhaltsverzeichnis

Vorstellung - Wer ist Paola Müller?

Paola wurde in Worms geboren. Die 35-jährige ist verheiratet und Mama von zwei Kindern. Ein großes Hobby von Paola ist der Sport. Und wer mehr über sie herausfinden will, schaut am besten auf ihrem Instagramkanal paola_mueller_ vorbei.

Diagnose und aktueller Status

Wann erhieltest du die Diagnose MS und was war der Anlass dafür?

Im Sommer 2021 kam ich mit Schlaganfall-Symptomen ins Krankenhaus. Nach dem MRT stand fest, es ist Multiple Sklerose.

Hattest du bereits vorher Symptome, die du rückblickend mit der MS zu tun hatten?

Ja bereits im Teenageralter litt ich oft unter Kopfschmerzen und Schwindel, sowie ständigem Harndrang.

Wie hast du die Diagnose aufgefasst und wie war es für deine Liebsten?

Ich habe erstmal viel geweint. Das ist rückblickend auch wichtig für meine Verarbeitung gewesen. Natürlich hatten mein Mann wie auch meine Kinder erstmal Angst.

Wurden dir zu Beginn verlaufsmodifizierende Therapien empfohlen und wie hast du dich entschieden?

Ja mir wurden mehrere Medikamente vorgestellt. Ich entschied mich jedoch für eine Studie mit einem neuen Medikament.

Hast du bereits einen Therapiewechsel hinter dir und wenn ja, was war der Anlass dafür?

Nein.

Nutzt du symptomatische Therapieangebote? Wenn ja, welche?

Ja, Physiotherapie.

Wie hast du nach der Diagnose deinen Lebensstil angepasst?

Ich habe meine Ernährung umgestellt, mache nun anderen Sport, bin Nichtraucherin geworden und generell dankbarer.

Wie blickst du auf deine Zukunft und haben sich deine beruflichen und privaten Pläne verändert?

Ich sehe zuversichtlich in die Zukunft. Im Grunde weiß keiner von uns, was morgen sein wird. Es kommt, wie es kommt. Beruflich steht jetzt erstmal eine Wiedereingliederung an.

Was war dein tiefster Punkt mit der MS und wie hast du dich wieder rausgekämpft ?

Meinen Tiefstpunkt hatte ich bei meinem letzten Schub in der Klinik. Ich konnte so schlecht sprechen, dass selbst mein Mann mich nicht verstand. Wie schlimm, wenn man zur Toilette muss, nicht aufstehen kann und einen keiner versteht.

Meine Mama telefonierte viel mit mir und sagte: „Ich weiß, es ist schwer, aber hab Geduld mit dir, alles wird gut.“

Wie geht es dir aktuell mit der MS?

Mein Leben hat sich neu sortiert. Es geht mir anders … anders „gut“.

Abnehmreise von Paola

Was war dein Höchstgewicht und wie lange liegt es zurück?

Mein Höchstgewicht hatte ich 2017 mit 182 kg. Wahrscheinlich war es sogar deutlich mehr, ich fand keine Waage, auf die ich mich noch stellen konnte.

Seit wann hattest du ein starkes Übergewicht und hast du bereits vorher Abnehmversuche gestartet?

In der Schwangerschaft meiner Tochter 2017.

Ja es gab mehrere Versuche abzunehmen, jedoch bin ich jedes Mal gescheitert. Sowohl bei den Weight Watchers, als auch beim Kalorienzählen sowie Crash Diäten.

Wie entstand deine Motivation abzunehmen?

2016 verstarb sehr plötzlich mein Ex-Mann und Vater meiner Tochter. Das änderte einfach alles! Ich wollte von nun an eine gesunde, fitte Mama sein.

Warum hast du dich für einen Magenbypass entschieden und wie aufwendig und umfangreich ist das ganze Prozedere gewesen?

Für mich war der Magenbypass der letzte Ausweg. Eine Freundin war bereits operiert und erzielte tolle Erfolge.

Man durchlief damals (2018) noch ein 6-monatiges Programm bis zur Beantragung bei der Krankenkasse. Dazu gehörten ein psychologisches Gutachten, Tests der Schilddrüse und vorbereitende Gespräche auf die Zeit danach.

Wie ging es nach der Operation weiter? Was hast du alles ergänzend dazu unternommen, wenn es um Sport, Ernährung, etc. geht?

Man hat durch die Operation die Chance sich ein neues Essverhalten anzugewöhnen. Ich probierte (für mich ) neues Obst und Gemüse aus, entwickelte eine große Liebe zu gesundem Kochen und Backen.

Nach einigen Wochen begann ich zu laufen, steigerte dies über Jahre, bis ich es schaffte täglich mehrere Kilometer zu joggen. Hullahoop und Homeworkouts bereiteten mir ebenso viel Spaß.

Wie fühlst du dich und zufrieden bist du?

Momentan möchte ich gern wieder etwas Gewicht verlieren. Vielleicht 2-3 Kilo. Mit dem Blick auf ein paar Jahre zurück, bin ich sehr stolz auf meinen Weg.

Wie war die Abnehmreise für deine Familie?

Meine Familie war zwar erst skeptisch, immerhin war es eine Operation an einem gesundem Organ. Heute jedoch lieben alle meine Veränderung, doch vor allem meine Rezepte und Kochkünste . 🙂

Tipps von Paola

Welchen Tipp kannst du anderen geben, die gerne eine größere Menge abnehmen wollen?

Erstmal muss der Wille abzunehmen groß werden.

Zum einen würde ich dazu raten, aufzuschreiben, was über den Tag so gegessen und getrunken wird. Ein Kaloriendefizit ist unumgänglich für eine Abnahme. Hier kann man zum einen an der Ernährung schrauben, z.B. mehr Gemüse und Proteine einbauen. Zum anderen schauen, wie man mehr Bewegung in den Alltag integriert. Bewegung, die man mag. Hier geht es nicht um große Schritte, sondern um neue, langfristige Routinen! Kalorienhaltige Getränke minimieren, hilft ebenfalls.

Wünsche und Ziele von Paola

Hast du einen großen unerfüllten Wunsch?

Auf einer großen Bühne zu singen.

Welche Entwicklung wünschst du dir im Bereich der MS in den kommenden 5 Jahren?

Es wäre äußerst wünschenswert, wenn es ein Medikament gäbe, was die Multiple Sklerose einfriert, sodass es keine Verschlechterung mehr gibt.

Blitzlicht-Runde mit Paola

Was war der beste Ratschlag, den du jemals erhalten hast?

Von nichts, kommt nichts!

Wie lautet dein aktuelles Lebensmotto?

You decide. Zu deutsch: du entscheidest.

… heißt, nicht immer fröhlich sein zu müssen, aber es heißt selbst entscheiden zu können. Nicht traurig über Tatsachen sein zu müssen, die man sowieso nicht ändern kann.

Mit welcher Person würdest du gern einmal ein Kamingespräch führen und zu welchem Thema?

Zum einen mit Natalie Gleitmann über gesunde Ernährung & Mindset.

Und zum anderen mit Dr. Thomas Peter über Bewusstsein und Wahrnehmung.

Vervollständige den Satz: „Für mich ist die Multiple Sklerose... “

… die 2. Chance einiges besser zu machen, dankbarer sein z.B. oder auf die Zeichen meines Körpers zu hören, anstatt sie zu ignorieren.

Welche Internet-Seite kannst du zum Thema MS empfehlen?

Definitiv trotz MS.

Welches Buch oder Hörbuch kannst du uns empfehlen und worum geht es darin?

Den Podcast Mareikes Mehrwert – „Gesund reisen, was braucht man?“

Gut vorbereitet sein, das heißt eventuell Lebensmittel einpacken z.B. Flohsamenschalen, Leinsamen, Proteinpulver, etc.

Nicht zu fettes essen.

Verabschiedung

Hast du einen Tipp, den du deinem jüngeren Ich geben würdest, für den Zeitpunkt der Diagnose?

Manchmal, ja manchmal wünschte ich, ich könnte mit meinem jüngeren ICH sprechen. Würde ihr sagen, dass sie nicht nur ein Körper ist , dessen Zahl ausschlaggebend ist.

Ich wünschte ich könnte ihr sagen, dass auch die perfekte Zahl auf der Waage sie nicht heilen wird. Ich wünschte, ich könnte ihr sagen das sie alles schaffen kann, was sie sich vornimmt. Ich wünschte, ich könnte ihr sagen, dass ihr Gewicht niemals das Problem war, denn sie wird ihr Ziel erreichen.

Die perfekte Zahl auf der Waage wird kommen aber sie wird deswegen nicht glücklicher sein. Gefühlt wird sie immer anders sein. Sie spürt schon jetzt, dass sie krank ist, aber niemand glaubt ihr.

Sie hat massives Übergewicht. Jeder rät ihr zu einer Abnahme, weil dann DANN wird sie gesund sein.

Liebes jüngere ich, ich möchte dich in den Arm nehmen und dir sagen das du ein guter Mensch bist, ein schöner Mensch.

… du bist krank.

Atme tief ein und aus – es kommt der Tag an dem gibt alles einen Sinn. Diese Krankheit ist unheilbar, aber du wirst leben, du wirst dich verstanden fühlen. Du wirst Menschen treffen, die so fühlen wie du. DU wirst dich lieben können, meistens. (Textauszug von einem meiner Instagram Postings)

Paola, möchtest du den Hörerinnen und Hörern noch etwas mit auf dem Weg geben?

Nie den Mut und die Hoffnung verlieren. Mehr auf seinen Körper hören und dankbarer für die kleinen Dinge im Leben sein.

Wo findet man dich im Internet?

Auf Instagra munter paola_mueller_.

Vielen Dank an Paola Müller und weiter ganz viel Erfolg auf ihrem Weg zu sich selbst, um im harmonischen Einklang zu leben und natürlich ganz viel Erfolg, dass das Studienmedikament maximale Wirkung zeigt!

Bis bald und mach das Beste aus Deinem Leben,
Nele

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Hier findest Du eine Übersicht zu allen bisherigen Podcastfolgen.

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Nele Handwerker

Blogger & Patient Advocate

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